Es ist Ende April und immer noch kalt (5-12 °C am Tag), fast jede Nacht leichter Frost, immer wieder Schnee-, Regen- oder Hagelschauer, dazwischen reichlich sonnige Abschnitte. Bis auf ein paar warme Tage zwischendurch war es bisher durchgängig kalt.
Ich habe ganz viele Jungpflanzen im Haus, freue mich über jede einzelne :) und bekomme langsam Platzprobleme. Es wird Zeit für frostfreie Nächte, damit einige ins Gewächshaus umziehen können. Aussaat der Gurken ist dran. Ich weiß nicht mehr, wohin damit.
Abhärtung ist angesagt. Ab 8-10 °C stelle ich die Jungpflanzen, wenn möglich, tagsüber nach draußen. Homeoffice machts möglich. An den Wochenenden gebe ich ganz wenig Flüssigdünger mit ins Gießwasser.
Bisher alles gut entwickelt, keine Kümmerlinge oder Verluste. Zeitweise Trauermücken in Paprika, Tomaten und Physalis; Gelbtafeln haben geholfen.
Draußen steht alles in den Startlöchern, Blüten an Obstbäumen, Sträuchern sind glücklicherweise noch zu. Die ersten Erdbeerblüten sind erfroren, es waren nur wenige. Den Wein hatten wir mit Brettern beschattet, damit er noch nicht treibt, er hält sich absolut zurück und darf jetzt ans Licht.
Kartoffeln lege ich am 1. Mai.
Selbst die bereits im Herbst gelegten, kältetoleranten Puffbohnen kommen nicht so richtig in Fahrt. Geduld auf ganzer Linie.
Endlich raus aus der Wohnung
28. April - es ist soweit. Heute erstmalig und in der ganzen nächste Wochen soll es frostfrei bleiben, sagen die Wetterfrösche. Sogleich packe ich alles ein - alles außer Kürbisgewächse, frisch gekeimte Kohlrabi und Basilikum - und ab nach draußen. Tomaten und erstmals auch Paprika pflanze ich ganz mutig direkt im Gewächshaus ein. Gut, dass ich einen Plan entworfen hatte, so geht das recht schnell.
Dabei wittere ich bereits die Ameisen und mache mir Sorgen. Deren Nester an den Wurzeln lassen die Pflanzen kümmern. Egal, was andere sagen, Hausmittel halfen bisher nicht und betroffene Tomaten schwächelten enorm.
Die erste Charge Kohlrabi (6 Stück) pflanze ich ins Beet. Alles andere stelle ich im Gewächshaus aufs Regal bzw. auf eine Styroporplatte oder verteile sie einfach zwischen die Tomaten und Paprika auf den Boden. Die meisten müssen noch bis zu den Eisheiligen ausharren, genießen aber im Gewächshaus viel mehr Licht als im Wohnzimmer, besseres Klima und Abhärtung. Die Nachttemperaturen fallen immer noch auf 2-3 °C. Deshalb läuft morgens von 4:00 bis 5:30 die Heizung. Einige wie Möhren, Salbei oder Kerbel dürfen geschützt auf der Terasse übernachten.
Königsblüte bei Paprika
Die allererste Blüte der Paprika ist die Königsblüte. Diese bleibt bei meinen Zöglingen dran. Das immer wieder empfohlene Ausbrechen der Königsblüte ist wohl eher eine philosophische Frage als eine bioloische oder ökonomische. Ich habe beides ausprobiert und keinen Unterschied festgestellt. Natürlich ist mein Selbstversuch nicht repräsentativ. Die Königsblüte bleibt trotzdem dran.
Bunkerblüte bei Tomaten
Anders bei Tomaten. Die allererste Blüte an einer Tomatenpflanze, insbesondere bei Fleischtomaten, kann manchmal eine sogenannte Bunkerblüte sein, muss aber nicht. Diese Blüte unterscheidet sich in ihrem Aussehen deutlich von normalen Blüten, bereits im Knospenstadium. Sie ist sehr groß und unförmig. Im Grunde sind es mehrere, ineinander verwachsene Blüten. Früher habe ich sie ausreifen lassen. Daraus wurden dann zwar sehr große, aber total verwachsene, unförmige Bunkerfrüchte mit vielen harten Stellen. Weder schön noch lecker. Daran sollen meine Pflanzen keine Kraft vergeuden. Ich breche die Bunkerblüte bereits als Knospe konsequent aus.
Pflanzplan Gewächshaus
rosa = Tomate, grün = Paprika
