Der Beetplan hat sich in den letzten Wochen entwickelt und mehrfach verändert, jetzt Ende April ist Finale. Irgendwann muss man sich mal entscheiden.
Beetplanung - Fragen über Fragen
- Welche Gemüse und Kräuter will ich anbauen?
- Welche Sorten genau und warum?
- Wieviel wovon?
- Wer verträgt sich mit wem?
- Wer braucht wieviel Sonne und Nährstoffe?
- ...
In Covid-Zeiten kann man nicht ausgehen oder verreisen oder feiern... Es bleibt also ganz viel Zeit für den Garten. Was will man auch sonst tun. So wird in diesem Jahr viel mehr nach Sorten recherchiert, Videos und Blogs angesehen, mehr selbst ausgesät. Das befeuert Ideen und Wünsche, die es im Zaum zu halten und zu separieren gilt. Das Frühjahr ist ungewöhnlich lang und kalt. Nur alles nicht zu früh - das fällt am schwersten.
Damit ich später alles unterkriege, mache ich erstmalig einen richtigen Plan. Mein Mann baut zusätzlich ein Hochbeet für die Paprika, das dritte in drei Jahren :). Ein Maurerkübel für die Wassermelonen, ein Kübel für die Honigmelone und ein paar Töpfe für die Chilis erweitern meine Möglichkeiten. Außerdem zwei vorhandene Löcher auf der Wiese, in voller Sonne, die ich nicht zuschütte, sondern als Pflanzlöcher für Kürbisse nutzen will.
- Tomaten stehen bei mir immer im Fokus, von der Sortenauswahl über das Samenkorn, Standorte im Freien und Gewächshaus bis zur Ernte und Verwendung/Kondervierung. Das ist mein Stolz.
- Ich erweitere 2021 mein Paprika-Sortiment, weil Paprika in den letzten beiden Jahren gut gelaufen ist.
- Zucchini mag keiner so richtig, die lasse ich weg. Statt dessen setze ich nach mehreren Jahren Pause mal wieder auf Kürbisse. Die mögen wir auch nicht so übermäßig gern, aber die machen einfach Spaß und sind pflegeleicht. Es hat viele Stunden gedauert, mich aus der Vielfalt der Sorten für maximal drei zu entscheiden, die robust, lecker optisch attraktiv sind und einen hübschen Namen haben, und zwar genau in dieser Reihenfolge. Letzteres ist zwar nebensächlich, aber nett und manchmal Entscheidungshilfe. Wenn schon Kürbis, dann keine Supermarkt-Sorte. "Pink Banana" klingt umwerfend. Herausgekommen ist ein Mega, ein Normalo und ein Mini.
- Bei der Suche nach Mischkultur mit Kürbis trifft man unweigerlich auf das Milpa-Beet. Klingt total logisch und ökologisch und sieht auf Fotos immer toll aus. Also habe ich Mais und passende Stangenbohnen gleich mitbestellt und den Standort geplant. Theorie und Praxis sind zweierlei. Die Kürbisse aufs Beet gepflanzt könnten sich doch später auf der Wiese ausbreiten. Das ist effektive Platznutzung. Die Wiese liegt jedoch nördlich vom Beet, der Mais würde den Kürbissen sämliches Licht "klauen". Nördlich der Kartoffeln steht er perfekt. Die Kletterbohnen kann ich ja trotzdem am Mais ranken lassen. Also kein Indianerbeet. Die Milpa-Erfahrungen bei Garten-YouTubern sind sowieso eher mäßig, wenn man mal genau hinschaut.
- Zu den Physalis bin ich eher zufällig gekommen, über Werbung im Samenshop. Ich hatte schon immer mal eine gekaufte Pflanze ohne Namen mit mehr oder weniger Ertrag. 2021 erstmalig aktiv eine Sorte ausgewählt und selbst ausgesät.
- Außerden gibt es wieder Porree, der nach mehreren misslungenen Versuchen in der vergangenen Saison erstmalig und unterm Netz beste Erfolge bescherte, bis ins Frühjahr hatten wir 2-4 cm dicke, gesunde Stangen.
- Weißkohl ist bisher auch nie gut geworden. Neuer Versuch: der kommt zum Porree unters Netz zum Schutz vor Kohlweißlingen und weißer Fliege. Anlass: ich habe im Herbst erstmalig Sauerkraut hergestellt und mit Fermentieren herumprobiert. Ich bin absolut begeistert. Ist einfach und total lecker. Deshalb brauche ich Kohl!
- Brokkoli wurde bisher stets von Schädlingen heimgesucht und Knollensellerie hatte bei mir noch nie ein Knolle. Ich werde beides in Mischkultur pflanzen, zum doppelten Schutz direkt neben Tomaten und Basilikum. Mal sehen, ob das hilft. Sellerie soll ja ein Stinker sein und Kohl vor Schädlingen bewahren. Deshalb kommen auch noch ein paar schlanke Schnittsellerie unters Netz zum Weißkohl. Dreifach hält besser.
- Bleibt die Rote Bete, die bei uns gut gedeiht, die wir sehr gern essen. Sie lässt sich auch super einkochen. Eigentlich finde ich, sollte Rote Bete rot sein. Nun ja, durch das Schwärmen eines bekannten Fernsehkochs für die hellen Sorten habe ich mich zusätzlich zu meiner Standardsorte zu einem Trio mit gelben und weißen Kugeln verführen lassen. Ich zweifle noch, bin aber gespannt.
- Kohlrabi brauchen nicht so lange und nicht so viel Platz. Die pflanze ich gestaffelt einfach irgendwo dazwischen, nur nicht zu Lauch oder Erdbeeren. Wird bei Bedarf geerntet und gleich verzehrt.
- Puffbohnen und Lauchzwiebeln kamen schon im Herbst in die Erde. Ebenso Knoblauch, der absolut unentbehrlich ist.
- Erwähnen möchte ich die Klassiker Möhren, Zwiebeln, Schalotten, Gurken, Kartoffeln und Buschbohnen. Das funktioniert eigentlich fast immer und gehört absolut in unseren alltäglichen Speiseplan.
- Salat kultiviere ich nur wenig, der landet sowieso meist bei Nachbars Hühnern. Aber ein wenig gehört irgendwie dazu, rein aus Gewohnheit. Neu entdeckt und für gut befunden hatte ich im Herbst Asia-Salate. Mizuna hat sich als mein Favorit herausgestellt, ein wenig wie Rucola nur nicht so scharf. Eigentlich eher für den Herbst, aber ein paar Pflänzlein probiere ich jetzt schon, mal sehen, wie er sich im frühjahr so anstellt. Wir lieben Feldsalat, aber das ist wirlich nichts für das Frühjahr. Ein paar kräftige Rapunzel gehen gerade in die Blüte und sichern durch Selbstaussaat den Bestand.
- Kartoffeln sind inzwischen so selbstverständlich, dass ich deren Erwähnung fast vergesse. Laura ist eine zuverlässige, leckere Sorte, die sich bei mir bewährt hat. In diesem Jahr nur Laura, dafür aber reichlich. Auf dem Beet hatte ich im Herbst etwas Kuhmist verteilt soweit es ging. Zwei Kartoffelreihen sind Nachfolger vom Winterporree, also ohne Mist. Den Boden habe ich direkt vor der Pflanzung mit abgelagertem Alpaccagold aufgewertet.
